Gesundes Gewicht


Wie viel Energie brauche ich?

Der menschliche Körper ist vergleichbar mit einem Motor. Ohne Energieversorgung läuft gar nichts. Der menschliche Treibstoff ist unsere Nahrung. Sie versorgt uns mit der notwendigen Energie.
Da ist es auch ganz klar, dass wir - je mehr und je länger wir uns bewegen, auch umso mehr Energie verbrauchen.

Um den Energiehaushalt in der Balance zu halten, sollten sich Energiezufuhr und Energieverbrauch die Waage halten.
Warum? Weil Energie, die nicht verbraucht wird, im Körper gespeichert wird - und zwar als Fettdepot.

»Brennstoff« für die Zellen

Der menschliche Körper lässt sich vereinfacht mit dem Verbrennungsmotor eines Autos vergleichen. Ähnlich wie beim Auto, das wir mit Treibstoff auftanken müssen, um damit fahren zu können, müssen wir unserem Körper Energie in Form von Nahrung zur Verfügung stellen.

Der menschliche Organismus ist selbstverständlich um vieles komplizierter als ein Motor. Um leben und arbeiten zu können, benötigt jede einzelne Zelle unseres Körpers Energie. Der Körper gewinnt die benötigte Energie aus Kohlenhydraten und Fetten. Auf Eiweißstoffe greift er nur in Mangelsituationen zurück. Da diese Stoffe im Körper »verbrannt« werden, spricht man vom »Brennwert« eines Lebensmittels. Der Brennwert wird in Kilokalorien (kcal) oder Kilojoule (kJ) angegeben. 1 kcal entspricht 4,2 kJ. Der Brennwert entspricht also dem Energiegehalt eines Lebensmittels.

Fett hat den höchsten Brennwert, es liefert pro Gramm 9,3 kcal, Eiweiß und Kohlenhydrate dagegen 4,1 kcal pro Gramm. Auch Alkohol liefert mit 7,1 kcal beträchtlich viel Energie. Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe liefern keine Energie, sie haben im Körper andere wichtige Funktionen. 

 1g Nährstoff liefert an Energie: 

 Kohlenhydrate

 4,1 kcal

 Fett

 9,2 kcal

 LCT (langkettige Fettsäuren)

 9,3 kcal

 MCT (mittelkettige Fettsäuren)

 8,3 kcal

 Eiweiß/Protein

 4,1 kcal

 Alkohol/Ethanol

 7,1 kcal


Wovon hängt der Energiebedarf ab?

Unser Körper verbraucht auch dann »Brennstoff«, wenn wir uns nicht bewegen, ja sogar im Schlaf! Atmung, Herztätigkeit, Gehirnfunktion und Verdauung müssen ja schließlich immer funktionieren.

Jene Energiemenge, die für diese Vitalfunktionen auch in vollkommener Ruhe benötigt wird, nennt man Grundumsatz.
Der gesamte Energiebedarf jedes Einzelnen hängt von vielen weiteren Faktoren ab:

  • Geschlecht: Männer haben meist einen höheren Muskelanteil und brauchen deshalb mehr Energie. Frauen haben von Natur aus um ca. 10% mehr Körperfett. (Muskeln verbrauchen Energie, Fettmasse leider nicht!)
  • Alter: Je älter man wird, desto weniger Energie braucht man. (Auch das hängt mit der Abnahme an Muskelmasse zusammen.)
  • Genetik: Es gibt Menschen, die scheinbar alles essen können, ohne zuzunehmen, bei anderen ist eher das Gegenteil der Fall. Diese Unterschiede sind auf die genetische Ausstattung zurückzuführen.
  • Spontane Bewegung: Menschen, die dauernd in Bewegung und aufgekratzt sind und nicht still sitzen können, verbrennen mehr Kalorien.
  • Bewusste Bewegung: Aktivität im Alltag (z. B. Stiegen steigen) und in der Freizeit (z. B. Gehen, Walken, Laufen, Radfahren, …) ist der einzige Faktor, mit dem man den Energieverbrauch beeinflussen kann. Deshalb ist sie auch so wichtig beim Gewichthalten und Abnehmen.

Wo liegt mein gesunder Gewichtsbereich?

Welches Gewicht für Sie gesund ist, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl ausdrücken. Vielmehr gibt es einen Bereich, innerhalb dessen jeder Einzelne sein gesundes »Wohlfühlgewicht« finden kann.

Ihr gesunder Gewichtsbereich wird über den so genannten Body-Mass-Index definiert. Alles, was zwischen 18,5 und 24,9 liegt, bedeutet Normalgewicht.

Wenn Sie z. B. 1,70 m groß sind, liegt Ihr Normalgewicht zwischen 53 kg und 72 kg. 
Dieser Bereich mag Ihnen jetzt vielleicht sehr weit gesteckt vorkommen. Das liegt daran, dass es sich hier nicht um eine ästhetische Beurteilung handelt. Mit welchem Gewicht Sie sich am schönsten oder wohlsten fühlen, sollten Sie selbst bestimmen. Der BMI zeigt Ihnen nur an, ob Ihr Gewicht eine Erhöhung gesundheitlicher Risiken mit sich bringt oder nicht.

BMI Einteilung
unter 18,5 kg/m² Untergewicht
Ihr Körpergewicht ist sehr niedrig. Möglicherweise sind sie mit manchen notwendigen Nährstoffen nicht ausreichend versorgt. Außerdem ist Ihr Risiko für Infektionskrankheiten vermutlich erhöht.
18,5 bis 24,9 kg/m² Normalgewicht
Hervorragend! Ihr Gewicht liegt im gesunden Bereich. Schauen Sie durch ausgewogene Ernährung und viel Bewegung darauf, dass das auch so bleibt!
25,0 bis 29,9 kg/m² Übergewicht
Ihr Körpergewicht ist etwas zu hoch. Messen Sie auch Ihren Bauchumfang, um Ihr Risiko besser einschätzen zu können.
über 30 kg/m² Fettsucht (Adipositas)
Ihr Körpergewicht ist deutlich zu hoch. Messen Sie auch Ihren Bauchumfang, um zu sehen, wie Ihr Körperfett verteilt ist und wie hoch Ihr Risiko ist.

Fett ist gleich Fett? Nicht, wenn es um Ihren Körper geht!

Apfel oder Birne?Wenn Sie übergewichtig sind, ist es nicht egal, an welcher Körperstelle das Fett sitzt.Bei den meisten Männern, aber auch bei vielen Frauen, vor allem nach den Wechseljahren, sammelt sich das Fett vorwiegend um den Bauch an. Wir sprechen von einer Apfelform. Diese ist hormonell bedingt. Bauchfett birgt ein größeres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Altersdiabetes, weil es aus besonders aktiven Fettzellen besteht. Diese geben Hormone und Botenstoffe ab, die wiederum den Blutfluss und den Blutzuckerspiegel behindern. Es gibt aber auch eine gute Nachricht zum Bauchfett: Man kann es meist leichter abnehmen, als jenes rund um Gesäß und Hüften. Die Birnenform dagegen, die vor allem jüngere Frauen betrifft, ist für viele ein kosmetisches Problem: Das Fett sitzt vor allem am Gesäß und an den Oberschenkeln. Dort sitzt es meist auch fest und kann schlecht abgenommen werden. Die gute Nachricht lautet: die Birnenform ist in Sachen Gesundheit weit weniger gefährlich.

Wie viel Bauch ist zu viel?

Das können Sie ganz einfach selbst bestimmen. Messen Sie Ihren Bauchumfang und vergleichen Sie! Wenn Ihr Bauchumfang deutlich erhöht ist, sollten Sie versuchen, einige Kilos abzunehmen.

Achtung! Auch wenn Sie als Frau eine birnenförmige Fettverteilung haben, haben Sie ein erhöhtes Risiko, wenn Ihr Bauchumfang über den Grenzwerten liegt.

 

Gesunder Bauchumfang 

Erhöhtes Risiko 

 Deutlich erhöhtes Risiko

Männer

unter 94 cm

94 bis unter 102 cm

ab 102 cm 

Frauen

unter 80 cm

80 bis unter 88 cm

ab 88 cm

 

Wie messe ich meinen Bauchumfang?

Am besten messen Sie in der Früh, vor dem Frühstück, nach der Morgentoilette, unbekleidet vor dem Spiegel. Sie brauchen dazu ein einfaches, biegsames Maßband.
Legen Sie das Maßband um Ihren Bauch, und zwar dort, wo er den größten Umfang hat. Bei den meisten Menschen ist das etwa in Nabelhöhe.

Messen Sie drei Mal: 
1. Messung: Bauch einziehen und messen.
2. Messung: Bauch ganz hinausstrecken und messen.
3. Messung: Bauch entspannen und messen. Diese dritte Messung ergibt den gültigen Wert.

Notieren Sie aber auch die beiden anderen Werte. Wenn die Differenz zwischen Ausatmen und Einatmen größer wird, ist das nämlich ein Zeichen dafür, dass Sie beim Abnehmen auf dem richtigen Weg sind.

Wiederholen Sie diese Messung ab jetzt jeden Monat, auch wenn Sie nicht abnehmen.


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